Einfluss von Frauen in der Wirtschaft: Die Schweiz im europäischen Mittelfeld

14. März 2019 | Posted by Matthias Schneider

Frauen haben in Schweizer Unternehmen im Vergleich mit anderen Ländern in Europa eher wenig Macht. Das ist das Ergebnis des Bisnode Index of Women Influence (BIWI), der den Einfluss von Frauen auf die Wirtschaft in 13 europäischen Ländern jährlich vergleicht. Dass aber Gender-Diversität ein wichtiger Faktor für den Erfolg und den Wert von Unternehmen ist, bestätigen unzählige Studien. Darum werfen wir in diesem Artikel einen Blick in die Literatur – und zeigen Ihnen, welche Länder beim BIWI vorne sind und welche Nachholbedarf haben.

Am 8. März 2019 war der internationale Weltfrauentag. Bisnode hat wie jedes Jahr eine Rangliste von 13 europäische Ländern erstellt, der den Einfluss von Frauen auf die Wirtschaft zeigt. Die Schweiz schneidet mit einem Index von 95 dabei nur mittelmässig ab. An der Spitze liegen Polen mit einem Index von 157, Slowenien mit 155 und Ungarn mit 153. Am unteren Ende liegen Dänemark von 53, Serbien mit 68 und Norwegen und Tschechien mit je 72 Indexpunkten.

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Die Unterschiede von Frauen und Männern beim Einfluss auf Unternehmen werden immer kleiner. Das ist aber von Land zu Land und von Kultur von Kultur sehr verschieden. Die Studie zeigt aber eine deutliche Korrelation zwischen dem Anstieg des weiblichen Einflusses auf die Wirtschaft und der generellen Weiterentwicklung in den einzelnen Ländern

Mehr Frauen: Mehr Innovation und mehr Produktivität

Werfen wir einen Blick in die Fachliteratur. Die Harvard Business Review beleuchtet das Thema im Artikel «Research: When Gender Diversity Makes Firms More Productive». Die Aussage dabei ist sehr klar: Gender-diverse Unternehmen haben eine höhere Produktivität, da sie in der Lage sind, innovativer zu denken. Eine Studie mit über 1000 führenden Firmen in 35 Ländern und 24 Branchen hat genau das gezeigt. Es ist aber nicht nur die Produktivität, die steigt. Auch der Marktwert der Unternehmen und der Umsatz sind höher.

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Nun kommt das Aber: Diese Resultate gelten nur in Ländern, wo Gender-Diversität als normal und akzeptiert gilt – also wo die Bevölkerung der Meinung ist, dass die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann ein wichtiges Thema sei. Japan gilt zum Beispiel nach wie vor als Land mit sehr steifen und patriarchalischen Unternehmenskulturen. Daher ist hier der Effekt viel kleiner.

Die Studie der Harvard Business Review nennt drei Gründe, warum Frauen den Unternehmen einen Vorteil bringen:

  1. Diversität signalisiert Talenten ein attraktives Arbeitsumfeld.
  2. Diversität fördert den Ideenaustausch im Unternehmen und führt zu mehr Innovation.
  3. Diversität zeigt Investoren viel Kompetenz im Management.

Ein weiter Weg zur Gleichberechtigung

Dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen immer noch klein ist, zeigt ein Artikel der BBN Times zum Thema «Women in Tech – A competitive advantage». Er zeichnet ein Bild der Männerdominanz. Frauen halten in den USA (S&P 500-Unternehmen) gerade mal 19% der Führungspositionen. In Europa sind es dank gesetzlichen Vorschriften und freiwilligen Vorgaben 33%, in Tech-Unternehmen jedoch nur 8%. Dabei sind gemäss des Artikel Teams mit einem hohen Frauenanteil besser bei logischen Analysen, beim Koordinieren und Planen und bei der Lösung von Problemen.

BIWI: Bisnode Index of Women Influence

Bisnode hat mit dem BIWI einen Index entwickelt, der den Einfluss von Frauen auf die Wirtschaft eines ganzen Landes beschreibt. Die Daten für die Berechnung stammen aus der Bisnode-eigenen Datenbank. Die folgende 4 Kriterien fliessen in den Index ein:

  • der Anteil von Unternehmen mit weiblichen Eigentümerinnen/Geschäftsführerinnen am Gesamtmarkt (mindestens eine weiblicher Geschäftsführerin oder Eigentümerin)
  • die Mitarbeiterzahl der Unternehmen mit weiblichen Eigentümerinnen/Geschäftsführerinnen im Vergleich zum Gesamtmarkt
  • der Umsatz von Unternehmen mit weiblichen Eigentümerinnen/Geschäftsführerinnen im Vergleich zum Gesamtmarkt
  • der Gewinn von Unternehmen mit weiblichen Eigentümerinnen/Geschäftsführerinnen im Vergleich zum Gesamtmarkt

Die Studie umfasst 13 europäische Länder. Der Durchschnitt aller Länder ergibt den Index 100. Ein Wert darüber zeigt einen höheren Einfluss von Frauen, einer darunter einen kleineren. 

Land Index
Polen 157
Slowenien 155
Ungarn 153
Österreich 138
Deutschland 97
Schweiz 95
Slowakei 95
Belgien 77
Norwegen 72
Tschechien 72
Finnland 70
Serbien 68
Dänemark 53

 

Werfen Sie doch selbst einen Blick in die ganze Studie und machen Sie sich mit den Details vertraut. Sie steht Ihnen auf unserer Website kostenlos zur Verfügung.

 

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Matthias Schneider

Matthias Schneider ist Content Marketeer. In seinen Artikeln bringt er Ihnen seine Expertise im Datenbusiness in anschaulichen Berichten näher.

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